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Nürnberg – Freianlagen Wohnprojekt Wahlverwandtschaften e.G. mit Kindergarten Hollerbusch

Das ehemalige Betriebsgelände der Fa. Staedtler zwischen Rieter-, Haller- und Heimerichstraße befindet sich heute im Besitz der Anthroposophischen Gesellschaft Nürnberg. Der an der Hallerstraße gelegene frühere Betriebskindergarten war bis 2015 von einem anderen Betreiber weitergeführt worden. Der eingeschossige Pavillonbau war nicht mehr wirtschaftlich sanierungsfähig.


In einem längeren Findungsprozess entstand die Idee zur Nachnutzung und Nachverdichtung des Grundstücks in Form einer Kombination aus einem mehrgeschossigen, genossenschaftlichen Wohnprojekt und einer Waldorf-Kindertagesstätte in der kompletten Erdgeschosszone.
Im Entwurfsprozess wurde in einen intensiven Dialog zwischen Architekten und Landschaftsarchitekten mit den zukünftigen Bewohnern und Vertretern der Kindertagesstätte um die besten baulichen und gestalterischen Lösungen gerungen.

Bauherr - Wahlverwandtschaften Nürnberg eG
Architektur - stömer.will.weidinger, 90443 Nürnberg
Freianlagen - Topos team
Lage - Bielingplatz 1, 90419 Nürnberg

Planung - 2012 und 2016/17
Ausführung - 2019/20

Fläche - 1.920 m² Freiflächen + 180 m² Dachgarten

Kosten - 446 Tsd. € incl. Nebenkosten

Die Außenanlagen sind barrierefrei zugänglich und möglichst naturnah gestaltet. In der Vorgartenzone wurden neben den Zugängen zu Haus und Kindergarten die notwendigen Nebenanlagen wie Müllsammelstationen und Fahrradabstellanlagen untergebracht und straßenbegleitend einige schlanke Bäume gepflanzt.


Im Hof wurden für den Kindergarten einfache Spielangebote gewählt, die zur kreativen Aneignung einladen: Modellierung eines Hügels über einem Erdkeller, Turm und Rutsche, mehrere große Sandspielbereiche, verschieden Sitzplätze, Hochbeete zum Gärtnern. Gruppenräume und Terrassenbereiche gehen organisch ineinander über.


Der Gemeinschaftsbereich für die Bewohner bietet neben den erforderlichen Stellplätzen viele Möglichkeiten zum gemeinsamen Gärtnern, Erholen und Spielen.


Der vorhandene Baumbestand im Innern des Grundstücks konnte weitgehend erhalten und in die Gestaltung der Freianlagen von Kindergarten und Wohnprojekt mit einbezogen werden.
Von Kindergarten und Hausgemeinschaft gemeinsam nutzbar ist der kreisrunde Platz unter der alten Kastanie mit Sitzstufenblöcken aus Naturstein.


Im Dachgeschoss befinden sich die Gemeinschaftsräume der Hausgemeinschaft und eine Dachterrasse und üppigem Dachgarten.
Trotz Nachverdichtung konnte so auf dem Baugrundstück durch geschickte Lage des neuen Baukörpers ein großer, zusammenhängender Freiraum im Blockinnern geschaffen werden. Die Freiflächenbilanz ist im Ergebnis nahezu gleich geblieben. Rechnet man die Dachterrasse im 5. OG noch hinzu, ist sogar ein leichter Zuwachs an Grün- und Freiflächen zu verzeichnen.